Freiraum für Alternativen - Alles für einen guten Zweck
3. Open Air "Alles für die KAZ"
29.08.2015: Trubel hinter und vor der Bar. Der Vollmond erhellt den Platz um das Konzertgelände. Mondscheinsonate in Staupitz - Mit Schlagzeug und Gitarren. Es ist Zeit: Gerade spielen United and Strong aus Berlin. Es ist halb zwölf. Die Menge bebt - Ein kleiner Moshpit bildet sich vor der Bühne.
Mittlerweile gaben sich schon sechs Bands die Ehre: Mit ihrem Debut in Staupitz eröffneten First Punch aus Finsterwalde das Open Air "Alles für die KAZ", während sich die ersten Zuschauer versammelten. Die Sonne strahlt noch und weicht später einem tiefen Abendrot. Mit der Dunkelheit werden die Musiker erst ins richtige Licht gerückt. Die Musiker der Band Shame heizen der Menge ein - Melodic Hardcore Punk aus Polen. Gemeinsam mit Sailors Grave sind sie extra aus Warschau angereist. Ein bisschen Internationalität für Staupitz - und noch mehr Statements für Verständigung. Nach ihrem mitreißenden Auftritt, spielen die tobenden Ossis. Hardcore aus Lauta und Dresden. Jubel. Die Botschaft ist klar: In diesem Jahr geht es nicht nur um Subkultur und alternative Musikplattformen, es geht auch um ganz reale Herausforderungen. Nico Fankhänel, einer der Frontmänner auf der Bühne, ermutigt zum Spenden. In diesem Jahr spielen die Gruppen nicht nur für das Publikum, sondern auch für Menschlichkeit. Es wird gesammelt. Spenden für den Freiraum Elsterwerda e.V. - Spenden für Sprachunterricht und Begegnungszentren. Ein Appell für Weltoffenheit und gegen Ausgrenzung. In aller Munde sind Flüchtlinge und Heidenau. Heidenau, als Symbol fremdenfeindlicher Hasstiraden - und der Wunsch nach praktischen Gegenentwürfen.
Die Stimmung ist ausgelassen. Es ertönt das pathetische Intro der Melodic Metalband Dead end Showdown. Soviel Abwechslung in einem Genre. Sie alle finden Platz auf der Bühne in Staupitz - notfalls auch davor. Geht man durch die Menge, ertönt Lob: Die Besucher würdigen das Engagement des Jugendclubs Rubbeldikaz in Staupitz und sind dankbar für dieses Open Air. Das Angebot sei weniger geworden in den letzten Jahren, umso wichtiger diese Aktion. Ob es im nächsten Jahr wieder stattfindet? Es gibt schon erste Anfragen.
Insgesamt finden ca. 250 Fans und Musikbegeisterte den Weg zum Weidendom. Zwischen Veggie- und Grillstand gibt es genug Gelegenheiten sich auszutauschen. Wenn das Englisch etwas holprig ist, sucht man sich eben Hilfe oder kommuniziert mit Händen und Füßen.
Turning Empty Pages aus Dresden, Once we killed aus Berlin - sie alle haben eines gemeinsam: Die Leidenschaft für Musik und den Enthusiasmus junger Künstler. Vor allem, wenn es darum geht Zeichen zu setzen. Das macht auch Ausschreitung klar. Die Punkrockband aus Lauchhammer legt nochmal richtig los. Stefan, der Frontsänger, bedankt sich für die klasse Aktion. Bedankt sich beim Publikum und beim Veranstalter. Dies stellvertretend für alle. Es ist ein gelungener Abend, der noch lange nachwirken wird. Das dritte Open Air "Alles für die KAZ" geht zu Ende. Der Abend noch lange nicht. Während der Aftershowparty zerstreut sich das Publikum langsam. Zurück bleiben erschöpft, aber zufrieden die Mitglieder des Jugendclubs Rubbeldikaz. Neben der Bar stehen die Spendenboxen.
Angry Voice, ein Plattenlabel aus Finsterwalde, hat an diesem Abend unter anderem vegane Burger verkauft. Von ihrem Erlös spenden sie zusätzlich mehr als 100 € an den Freiraum Elsterwerda e.V.
An dieser Stelle sei nochmal allen gedankt: Dem Jugendclub Rubbeldikaz in Staupitz, den Bands für ihren Einsatz, den Bewirtenden und Merchandisern - und zu guter Letzt den freiwilligen Ordnern. Ohne Euch wäre es in Staupitz viel stiller.
Tina Ducke
Jugendkoordinatorin