Im Ortsteil Kahla kam es am Freitag den 27.10.2017 zu einem Großaufgebot von Einsatzkräften der Feuerwehr und des DRK. Um 17:50 Uhr wurden die Kameraden der Wehren aus Kahla, Döllingen, Hohenleipisch, Dreska, Plessa und Plessa-Süd durch die Leitstelle Lausitz alarmiert. Das Einsatzstichwort ließ nichts Gutes erwarten, es lautete: „Brand: Sonderobjekt“. Bereits bei der Anfahrt konnten die Einsatzkräfte eine starke Rauchentwicklung und Feuerschein erkennen.
In einem Recyclingunternehmen in der Döllinger Landstraße brannte laut Meldung eines Mitarbeiters ein großer Teil des Hackschnitzellagers. Der Mitarbeiter hatte Kinder von der Brandstelle weglaufen gesehen und meldete dies dem Einsatzleiter der eintreffenden Kräfte. Da nicht sicher war ob sich die Kinder in Gefahr befanden leitete der Einsatzleiter sofort Suchmaßnahmen ein. Die Trupps starteten umgehend mit der Suche und bauten parallel dazu eine Löschwasserversorgung über lange Wege auf. Durch die eintretende Dunkelheit wurde den Kameraden die Arbeit deutlich erschwert. Sie leuchteten die Einsatzstelle aus und begannen unter schwerem Atemschutz mit den Löscharbeiten. Die Suche nach den vermissten Kindern ergab, dass diese sich nicht im Gefahrenbereich befanden, zur weiteren Personensuche forderte der Einsatzleiter die Polizei nach.
Während die Brandbekämpfung in vollem Gange war entdeckten Mitarbeiter des Recyclingunternehmens eine weitere Rauchentwicklung im Werkstattbereich. Als sie sich der Werkstatt näherten vernahmen sie aus dem inneren Hilferufe, welche offensichtlich von Kindern stammten. Sofort setzten sie einen Notruf ab und informierten den Einsatzleiter über ihre Entdeckung. Einer der Kollegen wollte den Kindern zu Hilfe eilen und betrat die stark verrauchte Werkstatt. Er verlor offensichtlich das Bewusstsein, denn er kam nicht aus der Werkstatt zurück. Der Leitstellendisponent erkannte sofort bei der Annahme des Notrufes dass, weitere Kräfte und Mittel benötigt wurden. Er alarmierte umgehend die Feuerwehren aus Staupitz, Gorden und Schraden mit dem Stichwort: „Brand, Gebäude klein“. Weiterhin wurden zur Versorgung der Verletzten die Kameraden der DRK Ortsgruppe Plessa mit dem GW-San zur Einsatzstelle beordert. Der Einsatzleiter, welcher durch einen Kollegen des in der Werkstatt verbliebenen Mitarbeiters vom Geschehen unterrichtet wurde, löste sofort Kräfte aus der Brandbekämpfung des Hackschnitzellagers und leitete Rettungsmaßnahmen für die Personen in der Werkstatt ein. Auch hier mussten die Trupps unter Atemschutz arbeiten und besonders umsichtig vorgehen denn in der Werkstatt waren immer wieder Verpuffungen zu hören.Schnell wurde die erste Person aufgefunden und in Sicherheit gebracht. Auch die beiden vermissten Kinder konnten nach kurzer Zeit gerettet werden. Im weiteren Verlauf der Arbeiten in der Werkstatt wurden durch die eingesetzten Angriffstrupps Gasflaschen entdeckt, welche gekühlt werden mussten. Spätestens als der erste Dummy zur Versorgung an die Sanitäter übergeben wurde, konnten die Kameraden erleichtert feststellen das es sich um eine Übung handelte.
Die Wehrführung der Feuerwehren des Amtes Plessa bedankt sich bei allen eingesetzten Kräften für die geleistete und professionelle Arbeit. Ebenfalls danken wir dem Recyclingunternehmen für die Erlaubnis zur Nutzung des Firmengeländes und dem Amt Plessa für die Unterstützung bei der Durchführung und Vorbereitung dieser Übung.