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Hip Hop Camp "Pop to Go"

Plessa, den 13.02.2017

„ … Ich geh` in den Park …“

Kultur macht stark

 

Jugendliche hängen nur am Smartphone, meinen die Einen. In Elsterwerda und Plessa ist nichts los, sagen die Anderen. Und so machten sich die Jugendkoordinatorinnen der Stadt Elsterwerda, Stephanie Brehm, und des Amtes Plessa, Tina Ducke, auf den Weg ein innovatives und im Landkreis Elbe-Elster bisher einzigartiges Projekt in die Region zu holen. Dank der Hilfe von Franziska Pollin, Projektleiterin der „Offensive Popularmusik im Land Brandenburg“, und Detlef Franke, LAG Soziokultur Brandenburg e.V., konnte das kostenfreie und bisher einmalige „Work Out Camp“ in der Grundschule Elsterwerda-Biehla angeboten werden. Gefördert wird es aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen von „Kultur macht stark“.

Popping, Locking, Loop, Sample – das ist Fachvokabular, das die Jugendlichen nach kurzer Zeit beherrschten. Und das bei unkundigen Szenegängern Fragezeichen im Kopf auslöst. Aus Berlin sind sie gekommen, in verschiedenen Ländern geboren und aufgewachsen: Die erfahrenen Dozenten TJAY, Beezwax und Mando - allesamt Koryphäen in ihrem Metier und vertraut mit dem Bereich Jugendarbeit. Sie nahmen sich der 32 TeilnehmerInnen an, um ihnen mit professioneller Anleitung die Hip-Hop-Szene näher zu bringen. In insgesamt drei Workshops lernten die TeilnehmerInnen binnen einer Woche das Beatboxing, Kniffe und Tricks bei der Musikproduktion sowie die speziellen Tanzstile des Hip-Hop kennen. Acht Stunden am Tag stellten sich die Jugendlichen der Herausforderung und erarbeiteten gemeinsam im intensiven Coaching das Programm für die finale Abschlussveranstaltung im Kulturhaus Plessa. Das Besondere: Zwischen den Gruppen herrschte ein Klima der Akzeptanz und harmonischen Zusammenarbeit. Weder die Schulform, noch das Alter oder das Geschlecht spielten eine Rolle. Alle waren willkommen, alle wurden eingebunden und alle hatten ein Ziel: Das Gelernte zu präsentieren und professionell anzuwenden. Es war außergewöhnlich, dass schon am ersten Workshop-Tag um eine Wiederholung des Ferienangebotes seitens der TeilnehmerInnen gebeten wurde.

  1. Botschaft des Programmes „Pop to Go“ ist eindeutig: Kultur macht stark. Und dass es vor Ort nicht an Bedarfen hinsichtlich alternativer Angebote mangelt, machte die Woche klar. Voller Begeisterung nahmen die TänzerInnen Muskelkater in Kauf, produzierten die Jugendlichen eigene Beats und entwarfen ihren ersten eigenen Song. Nebenbei sammelten sie Erfahrungen in Sachen Medienkompetenz, denn immer mit dabei war die Kamera des Elbe-Elster-Fernsehens.

Fast wehmütig sahen die TeilnehmerInnen dem finalen Showdown entgegen. Denn mit der Abschlussperformance, wurde auch das Ende der Projektwoche eingeläutet. Über 100 Zuschauer fanden den Weg in das Kulturhaus Plessa: Eltern, Geschwister und Gäste aus Politik und Gesellschaft. Sie alle wollten sehen, was in der Projektwoche erarbeitet wurde. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Innerhalb von vier Tagen stellten die Jugendlichen ein facettenreiches Programm auf die Beine: Neben synchronen Tanzeinlagen, Beatboxpräsentationen und eigenen Liedkompositionen, erhielten die Zuschauer einen Einblick in den Abwechslungsreichtum der Workshopinhalte. Das Publikum sorgte mit tosenden Beifall für die Anerkennung der Jugendlichen, welche auch selbst das Wort an die Gäste richteten: Ein Danke ging an die Dozenten und die Organisatoren. Um eine Wiederholung wurde gebeten. Ob dies möglich wird, steht noch in den Sternen. Was garantiert werden kann, ist das Gefühl nach den Ferien selbstbewusst und stolz in die Schule zu gehen und auf der Straße den Menschen mit einem Lächeln über den Weg zu laufen, denen man außerhalb des Projektes wohl nie begegnet wäre.