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Plessaer Carnevals-Club e.V.

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Präsident Peter Werner

Bahnhofstr. 33
04928 Plessa

Telefon (03533) 510108

E-Mail E-Mail:
Homepage: www.aliwatschi.de

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Chronik des Vereins

Wenn von Karneval die Rede ist, denkt sicher jeder erst einmal an das Rheinland oder an Rio. Aber nicht nur dort, auch in vielen anderen Landstrichen haben fastnachtliche Bräuche feste Wurzeln geschlagen. Diese Bräuche stammen in ihrem Ursprung aus vorchristlicher Zeit, einer Zeit, in der das Leben der Menschen eng mit dem Geschehen in der Natur verbunden war. Die Grundmotive der Vorfrühlingsfeste jener Zeit waren immer wieder die Vertreibung der den Menschen bedrohenden Dämonen und die Beschwörung lebensspendender Fruchtbarkeit. Dabei sollten ohrenbetäubender Lärm und abstoßende Verkleidungen die Geister des Unheils verjagen, rituelle Tänze aber die Mächte des Guten versöhnen und gnädig stimmen. Von diesem Treiben bis zum Karneval heutiger Prägung ist es natürlich ein langer Weg, und die Unterschiede in den einzelnen Gegenden sind zum Teil recht groß. Wer aber genau hinsieht, wird die Grundgedanken unserer Vorfahren wiederentdecken. In unserer engeren Heimat haben sich Bräuche aus wendischer Vorzeit mit denen der deutschen Bevölkerung vermischt und zum Teil bis in unsere Tage erhalten. Ein Beispiel für das Gesagte ist der Karneval in Plessa. Nachdem die schlimmsten Folgen des 2. Weltkrieges in der stark zerstörten Gemeinde überwunden waren, kehrten auch Freunde und Frohsinn zurück. Die Jugendfastnachten fanden wieder regelmäßig auf den Sälen der Gasthöfe Hauptvogel und Nuck statt.

Im Jahre 1955 kam der Vorstand des örtlichen Kleingartenvereins unter der Leitung von Karl Reichelt und Hans Arnold auf die Idee, den Vereinsfasching als Karneval mit einem Umzug durchzuführen. Das ganze Dorf sollte daran teilhaben. Als erster Prinz wurde Willy Materne auserkoren. Wer aber nun gedacht hatte, daß die Prinzessin seine Frau Käthe sein würde, übrigens eine gebürtige Rheinländerin, die viele Ideen in den Karneval einbrachte, sah sich getäuscht. Prinz Willy I. suchte sich Renate Diek als erste Prinzessin. In den Folgejahren fanden, wenn auch unregelmäßig, weitere Karnevalsveranstaltungen statt, und Prinz Willy nahm das höchste Amt noch einige Male ein, nun aber mit seiner Käthe. Eine feste Heimstatt fand der Karneval in dem am 1.Juli 1960 eingeweihten Kulturhaus. Die Leiter des Hauses, Gerhard Müller, und sein Nachfolger, das heutige Ehrenmitglied des PCC, Walter Kotte, standen dem närrischen Treiben aufgeschlossen gegenüber, was man nicht von vielen ehemaligen Kulturhausfunktionären der DDR behaupten kann. Der Kleingärtnerverein, der nun auch die weiterhin bekannten Blumenfeste und Gemeinschaftsschauen organisierte, konnte sich nicht mehr nötig dem Karneval widmen, und so formierte sich der harte Kern der Karnevalisten als Interessengemeinschaft am Kulturhaus. Jetzt war auch erstmalig der Schlachtruf "Aliwatschi - hoi, hoi, hoi" zu hören, der von Anton Röck in Plessa eingeführt wurde und dessen Sinn wohl ein ewiges närrisches Geheimnis bleiben wird.

Die Karnevalgesellschaft wurde im Laufe der Jahre immer größer. Neben dem Elferrat und der Funkengarde gab es schon bald eine Prinzengarde, Musketiere und die Saalpolizei. Der Verein wurde nun wesentlich durch solche Karnevalsfreunde wie Karl-Heinz Hietzke und Herrmann Degen geprägt. Unter der Präsidentschaft von Erhard Falk begannen die achtziger Jahre. Zu dieser Zeit gab sich der Club seinen heutigen Namen, Plessaer-Carnevals-Club (PCC).

Inzwischen versuchte man auch von staatlicher Seite den Karneval in den Griff zu bekommen und veranstaltete bezirkliche Karnevalstreffen. Wenn auch die Bevormundung zunahm, so gab es doch viele Impulse durch den Kontakt zu anderen Vereinen. In Plessa gab es nun ein gestaltetes Karnevalsprogramm, seit 1984 jeweils unter einem anderen Motto, wofür anfangs vor allem Manfred Müller verantwortlich war. Die Saal- und Bühnengestaltung übernahm nun die Technikgruppe des Clubs, und es wurde schrittweise begonnen, eigene Kostüme anzuschaffen. Der PCC verstand und versteht sich schon immer als ein Teil des gesellschaftlichen Lebens im Ort. So gab es viele Einsätze zur Verschönerung des Ortes. Beim Bau der Kinderkrippe wurde geholfen und ein Abschnitt der B 169 freigeschippt, wobei die Mittelmarkierung danach nicht mehr in der Mitte der Straße war. Heute wird sehr viel Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit anderen Vereinen des Ortes gelegt. Der Club ist aber auch außerhalb der Karnevalszeit aktiv. So wurden z.B. viele schöne Ausflüge durchgeführt, die den Zusammenhalt der Mitglieder förderten.

Das Prinzenpaar wird schon seit Jahren im Gasthof "Zur alten Ulme" in Kahla gekrönt. Höhepunkt des Plessaer Karnevals ist von Anbeginn der Umzug am Sonnabend vor dem Rosenmontag. War er in den ersten Jahren eine örtliche Angelegenheit, so kann man heute getrost von einem Fest für die gesamte Region sprechen, denn sowohl die Teilnehmer als auch die Besucher kommen aus vielen Orten der Umgebung.

In früheren Jahren wurde das Prinzenpaar vom Bahnhof abgeholt und danach ging es zum Gemeindeamt, um den Schlüssel vom Bürgermeister zu übernehmen. Da letzteres heute bereits am 11.11. um 11:11Uhr geschieht, ist der Abschluß des Zuges an der Narrentribühne zum Zuschauermagnet geworden.

Ein wenig stolz ist man in Plessaer Narrenkreisen auch darauf, daß im Golfkriegsjahr 1991 einer von nur 17 Karnevalsumzügen in ganz Deutschland hier in Plessa sattfand. Ein Brauch, der sich aus wendischer Vorzeit erhalten hat und der in vielen Dörfern der Umgebung gepflegt wird, ist das Zempern. In Plessa wird dies in der Hauptsache vom PCC betrieben und gerade, wenn die bunte Horde von Haus zu Haus zieht, spürt man die Zustimmung und Unterstützung der Bürger für den Karneval. Während 1955 eigens aus Berlin ein Leiherkasten geliehen wurde und man später mit Akkordeon und anderen Instrumenten durch das Dorf zog, gibt es heute fahrbare Zemperdisko, um für die entsprechende Musik zu sorgen.

Die Jahre nach der Wende hat der PCC gut gemeistert. Er besitzt nun den Status eines eingetragenen Vereins und ist Mitglied im Verband Sächsischer Carneval (VSC), dorthin bestanden schon immer die besten Kontakte, und im Bund Deutscher Karneval (BDK), der Dachorganisation aller fastnachtlichen Vereinigungen in der Bundesrepublik. Langjährige Karnevalsfreundschaften gibt es zu den Clubs in Radeburg, Meißen, Folbern, Schwarzheide und Grünewalde, um nur einige zu nennen. Die Kontakte zu einem Club in der Plessaer Partnergemeinde Nörvenich im Rheinland sind dagegen noch nicht über das Anfangsstadium hinausgekommen. Während es in früheren Jahren Unterstützung durch das Kulturhaus gab, ist der Club heute in allen finanziellen Dingen auf sich gestellt. Das heißt aber nicht, daß wir keine Unterstützung finden. Zahlreiche Sponsoren helfen mit ihren Spenden, unser Anliegen zu verwirklichen und diesen kulturellen Höhepunkt zu erhalten.

Seit 1984 wurde jeder Karneval in Plessa unter ein Motto gestellt. Dies tat dem Saalprogramm und auch dem Umzug gut. Die höchste Auszeichnung des PCC ist der Aliwatschiorden, der seit 1981 jährlich am Rosenmontag an einen Mann und / oder eine Frau verliehen wird.

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